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Sonntag, 2. November 2008

Burnout oder es erwischt nur die Besten (Teil2)


Harte Realität:
Zehn Prozent der Deutschen glauben, eines Tages Stressbedingt umzukippen!


4 Der Rückzug von allem, was helfen könnte

Die folgenden Anzeichen sind für die Ernsthaftigkeit Ihres Erschöpfungszustandes typisch.
Sie spüren, wie Sie körperlich und geistig abbauen. Sie werden zunehmend launisch und äußern sich unangemessen: Schon der kleinste Anlass lässt Sie aus der Haut fahren. Sie bemitleiden sich und steigern sich in ihre Ängste. Viele geben in dieser Phase geliebte Hobbys auf. Um noch mehr leisten zu können streichen Sie alles was Sie Zeit kostet. Sie vernachlässigen Ihren Sport, gehen nicht mehr ins Kino oder ins Theater. Gehen nicht mehr zum spazieren usw. Sie müssen Ihr Verhalten gründlich überdenken: Beenden Sie Ihre Strudel aus Überforderungen, suchen Sie den Kontakt zu Freunden oder kompetenten Menschen wie Ärzten, Psychotherapeuten oder MentalCaches. (Foto: Matilde Zacchign)

5 Der Körper reagiert

Den Druck und Stress kann Ihr Körper nicht länger unbemerkt aushalten. 64,8 Prozent der Menschen mit Verantwortung leiden bereits an Kopfschmerzen, 32,8 Prozent an Rückenschmerzen, gemäß einer Umfrage des Forschungsinstituts IWD. 
Typisch: Schon beim Aufstehen ist Ihr Nacken verspannt. Die Kopfschmerzen bekommen Sie auch mit Tabletten kaum noch in den Griff. Beim Einschlafen helfen Sie mit etwas Alkohol nach. Der Müdigkeit begegnen Sie mit danach viel Kaffee und der Nervosität mit Zigaretten. Viele lassen sich jetzt krankschreiben. Die Techniker Krankenkasse hat berechnet, dass in Deutschland 2007 an über acht Millionen Arbeitstage wegen Überforderung oder Ermüdung eine Krankschreibung erfolgte! Sie kennen das. Seien Sie sicher, Sie zehren bereits an der Substanz.

6 Der Super-Gau

Lange konnte das ja nicht mehr gut gehen. Inzwischen können Sie sich bei der Arbeit nur noch maximal 30 Minuten am Stück konzentrieren. Ihnen unterlaufen viele Fehler, auf die Ihre Kollegen Sie aufmerksam machen müssen. Ihre Kreativität, Ihr Spaß und Ihre Kraft sind auf dem Nullpunkt angelangt. Nichts geht mehr. Kurzum: Sie stehen nun endgültig am Scheideweg.

Er ist da, der Burnout.

Weil Sie nichts gegen den Zusammenbruch unternehmen und trotzdem irgendwie weitermachen, verlieren Sie die Handlungkontrolle über Ihr Leben – bis Sie völlig ausgebrannt, hoffnungslos, verzweifelt sind und sich nur noch leer und kaputt fühlen. Einige werden darüber depressiv. Im Extremfall denken sie gar an Selbstmord.

Mehr im Teil 3


Dienstag, 21. Oktober 2008

Burnout oder es erwischt nur die Besten (Teil1)

Die Deutschen fühlen sich gestresst wie nie zuvor. Bei einigen endet das im Burnout. Wie Sie der Erschöpfung vorbeugen.

Sorgen, Ängste, Konflikte im Büro, Probleme im Privaten – die Deutschen sind gestresst wie nie. Aktuell fühlen sich 3/4 der Arbeitnehmer übermäßig belastet. (Quelle GfK 20088)
29,7 Prozent klagen über häufige Kopfschmerzen, 26,7 Prozent können schlecht schlafen. Zehn Prozent glauben gar, wegen des hohen Stresspegels irgendwann umzukippen.
Das sind die besten Voraussetzungen zum Burnout-Syndrom. Die Patienten der Ärzte und Therapeuten und Mentalcoachs sind nicht mehr nur Manager. Durch wen Druck sind Bevölkerungsschichten mittlerweile betroffen. Das Problem: Man erkennt das Ausbrennen häufig erst, wenn es bereits zu spät ist. Umso wichtiger ist es, auf Warnsignale des Körpers zu hören und rechtzeitig gegenzusteuern.

1 Grundlagen
Nicht die Faulen sind Burnout gefährdet, sondern jene die viel Tun, engagiert sind und Verantwortung tragen. Etwa 25% der deutschen in leitenden Positionen fühlt sich körperlich und seelisch erschöpft. (Quelle Stepstone 2007) Nicht selten werden sie zur Geisel ihres eigenen Denkens und Werte. Vor allem, wenn ihnen Perfektion sehr wichtig ist. Gefährdet sind ebenso jene, die sich unentbehrlich fühlen oder abhängig machen vom Lob anderer. Und nicht zu vergessen, diejenigen sich ganz in den Dienste der Patienten oder Kunden stellen.

2 erste Anzeichen
Ihr Engagement und die Probleme wirken sich bereits auf das Privatleben aus: Nach der Arbeit können Sie kaum noch abschalten. Sämtliche Gedanken schwirren um den vergangenen Tag und was Sie morgen noch erledigen müssen. Vor dem Schlafen checken Sie noch alle Beruflichen E-Mails und die Mailbox. 
Typisch: Fast jeder zweite Berufstätige kann nach Angaben des Branchenverbands Bitkom nur wenige Stunden auf sein Handy verzichten. Anschließend können Sie schlecht einschlafen, weil Sie über den nächsten Tag, die Aufgaben und Probleme brüten. Sehr beliebt auch, fernsehen bis das Gehirn so überreizt ist das man abschaltet oder einschläft. Und am nächsten Tag erschöpft wieder aufwacht. Laut einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts IWD beklagen derzeit 14,8 Prozent der Führungskräfte Schlafstörungen. Sie müssen dringend einen Gang runterschalten! Pflegen Sie sich und Ihre Gesundheit – etwa durch Bewegung, Sport und gezielte Entspannung. 

3 Jetzt wird es schon ernst
Sie stehen morgens bereits mit schlechter Laune auf und denken mit Schrecken an den kommenden Tag. Sie haben Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen und anderen über längere Zeit zuzuhören. Die Fehler häufen sich. Sie sind unkonzentriert. Falls Ihnen doch etwas gelingt, können Sie sich darüber kaum freuen. Falls das nur eine vorübergehende Phase ist: okay. Sobald dieser Zustand jedoch sehr oft wiederholt, sollten Sie etwas dagegen unternehmen.